Verletzungen dokumentieren: Gewaltschutz­ambulanz in Berlin

Opfer von körperlicher Gewalt können ihre Verletzungen kostenlos in der Gewaltschutzambulanz der Charité dokumentieren lassen. Die rechtsmedizinische Untersuchung ist auch ohne Anzeige bei der Polizei möglich.

Bitte suchen Sie die Gewaltschutzambulanz nicht unangekündigt auf. Für die rechtsmedizinische Untersuchung und Dokumentation ist die Vereinbarung eines Termins vorab zwingend notwendig.

Gewaltschutzambulanz (GSA) der Charité Berlin
Birkenstraße 62, Haus N, linker Seiteneingang
10559 Berlin
Telefon: +49 30 450 570 270
Fax: +49 30 450 7 570 270
E-Mail-Adresse:
Webseite: Gewaltschutzambulanz | Angebot

Telefonische Sprechzeiten Montag-Freitag: 8:30-15.00 Uhr

Wichtiges zur Untersuchung

In der Gewaltschutzambulanz können Sie Ihre Verletzungen dokumentieren nach:

  • Häuslicher Gewalt
  • Interpersoneller Gewalt
  • Gewalt im Dienst
  • Kindesmisshandlung (Vorstellung nur durch zuständige Behörden möglich)
  • Sexualisierter Gewalt (Die Spurensicherung ist innerhalb von 72h möglich. Die Untersuchung wird von einer Rechtsmedizinerin der Gewaltschutzambulanz durchgeführt. Diese erfolgt in Zusammenarbeit mit der Gynäkologie/Chirurgie in den Rettungsstellen der Charité Berlin.)

Was macht die Gewaltschutzambulanz für Sie?

Zuerst besprechen die Mitarbeiterinnen der Gewaltschutzambulanz in Ruhe Ihre Situation mit Ihnen. Dann werden Ihre Verletzungen dokumentiert. Sie werden fotografiert und beschrieben. Die Dokumentation ist für Sie kostenlos.

Alle Schritte werden mit Ihnen besprochen. Es geschieht nichts ohne Ihr ausdrückliches Einverständnis. Die Mitarbeiterinnen unterliegen nach § 203 StGB der ärztlichen Schweigepflicht. Diese Schweigepflicht gilt auch gegenüber der Polizei und Gerichten.

Ob, wann und wie Sie die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Spurensicherung verwenden wollen, ist Ihre eigene Entscheidung. Sie könnten beispielsweise die Grundlage zur Verfolgung einer Straftat sein, wenn Sie Anzeige bei der Polizei erstatten möchten.
Darüber hinaus helfen Ihnen die Mitarbeiterinnen der Gewaltschutzambulanz bei der Suche nach einer Beratungsstelle. Die Beratung kann auf Wunsch vor Ort stattfinden.

Inhouse-Beratung durch die Opferhilfe Berlin

Sie wünschen Beratung? Während der Öffnungszeiten der Gewaltschutzambulanz ist dauerhaft ein*e Berater*in der Beratungsstelle der Opferhilfe Berlin e.V. anwesend.

Im Anschluss an Ihre rechtsmedizinische Untersuchung können Sie vertraulich und kostenlos eine Erstberatung erhalten. Diese findet im hauseigenen Beratungsraum statt – Sie müssen dafür also nicht die Örtlichkeiten wechseln. Möchten Sie gerne eine Inhouse-Beratung bekommen, sagen Sie das bitte, wenn sie telefonisch einen Termin vereinbaren. Zu Beginn der Untersuchung werden Sie erneut danach gefragt.

Können Sie die Gewaltschutzambulanz nicht aufsuchen, kommt ein*e Berater*in der Opferhilfe Berlin auch gern zu Ihnen.

Zudem arbeitet die Gewaltschutzambulanz eng mit weiteren Beratungsstellen zusammen, darunter der WEISSE RING e.V. und Stop Stalking. Für Betroffene von häuslicher Gewalt kann eine Beraterin der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen e.V. angefordert werden. Betroffene von sexualisierter Gewalt erhalten durch LARA e.V. Unterstützung und Beratung.

Was müssen Sie zu Ihrem Termin mitbringen?

Bitte bringen Sie in jedem Fall ein gültiges Ausweisdokument mit. Das kann zum Beispiel Ihr Personalausweis oder Ihr Pass sein. Haben Sie von der erlebten Gewalttat ärztliche Befunde, können auch diese hilfreich sein. Falls Sie bereits eine Anzeige gestellt haben, bringen Sie bitte außerdem die Vorgangsnummer mit.

Was ist, wenn Sie nicht persönlich in die Gewaltschutz­ambulanz kommen können?

Manchmal können Betroffene von Gewalt die Gewaltschutzambulanz nicht persönlich aufsuchen. Das kann zum Beispiel an ihrer gesundheitlichen Situation liegen. Wenn Sie nicht in die rechtsmedizinische Ambulanz kommen können, weil Sie sich

  • im Krankenhaus,
  • im Frauenhaus,
  • in einer Zufluchtswohnung oder
  • an Ihrer Dienststelle (bei Verletzungen im Dienst)

befinden, kann der Mobile Dienst (MD) eine Alternative sein. In diesem Rahmen kommen die Mitarbeiterinnen der Gewaltschutzambulanz zu Ihnen. Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin. Sie können auch das Personal vor Ort bitten, einen Termin für Sie zu organisieren.

Bitte beachten Sie:

Die Gewaltschutzambulanz ist nicht für die medizinische Versorgung von Wunden zuständig. Lassen Sie Ihre Verletzungen deshalb von ihrem*ihrer Ärzt*in oder in einer Rettungsstelle behandeln.

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