Das Handzeichen häusliche Gewalt: Ein stiller Hilferuf
Das Handzeichen häusliche Gewalt ist ein internationales Signal, um in einer akuten Gefahrensituation stumm um Hilfe zu bitten. Es kann in Videoanrufen, persönlichen Gesprächen oder anderen Kontexten genutzt werden, ohne dass Täter*innen Verdacht schöpfen.

- Hand heben: Halten Sie die Hand mit der Handfläche nach vorne.
- Daumen einklappen: Beugen Sie den Daumen in die Handfläche.
- Finger schließen: Falten Sie die restlichen vier Finger über den Daumen, sodass dieser eingeschlossen ist.
Diese einfache Geste weist diskret auf eine Notsituation hin.
Was tun, wenn Sie das Handzeichen erkennen?
Das Handzeichen häusliche Gewalt kann Leben retten – doch dafür ist es entscheidend, dass wir alle aufmerksam sind und mutig handeln. Ihre Reaktion kann dazu beitragen, dass der betroffenen Person schnell und sicher geholfen wird. Folgende Schritte können Sie unternehmen, wenn Sie das Handzeichen sehen.
Person ansprechen und Situation einschätzen
Wenn es möglich ist, sprechen Sie die Person an und fragen Sie, ob und wie Sie helfen können. Versuchen Sie, ruhig und einfühlsam herauszufinden, was die Person gerade braucht, ohne Druck auszuüben.
Am besten stellen Sie einfache Fragen, die leicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. Dadurch sinkt das Risiko, die Person weiter zu gefährden, falls jemand zuhören sollte. Achten Sie dabei auf ihre Reaktionen und Körpersprache, um die Lage besser einschätzen zu können.
Polizei verständigen
Wenn die Person unmittelbar in Gefahr ist oder Sie nicht mit ihr kommunizieren können, rufen Sie die Polizei. Wählen Sie den Notruf 110 und geben Sie alle Informationen weiter, die Sie haben. Hilfreich sind vor allem die folgenden Beschreibungen.
- Personen: Teilen Sie äußerliche Merkmale der betroffenen Person und der möglichen Tatperson mit, z. B. Kleidung, Haarfarbe, Größe oder auffällige Accessoires.
- Orte: Geben Sie den Standort der betroffenen Person so genau wie möglich an, z. B. Wohnung, Fahrzeug, Park oder Bushaltestelle.
- Fahrzeuge: Wenn die betroffene Person in einem Auto sitzt, merken Sie sich das Kennzeichen, die Automarke, Farbe und die Fahrtrichtung. Berichten Sie diese Details der Polizei.