Was tun bei Verdacht auf Zwangsverheiratung und Verschleppung?
Wenn Sie befürchten, dass eine Person in Ihrem Umfeld gegen ihren Willen ins Ausland gebracht oder dort zwangsverheiratet werden soll, können Sie ihr im Notfall mit einer einfachen, aber effektiven Maßnahme helfen. Raten Sie der Person, einen kleinen metallischen Gegenstand in ihrer Unterwäsche zu platzieren.
Warum ist das hilfreich?
Ein kleiner metallischer Gegenstand in der Unterwäsche ist eine unauffällige Möglichkeit, einer betroffenen Person etwas Zeit und eine Chance auf Hilfe zu geben. Eine Münze oder ein kleiner Schlüssel können bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen den Metalldetektor auslösen. So wird die Person möglicherweise aufgehalten und erhält die Gelegenheit, das Personal diskret und leise um Hilfe zu bitten. Begriffe wie „Zwangsheirat“, "Verschleppung" oder „Gefahr“ können auf ihre Notlage aufmerksam machen.
Kann oder darf die Person hingegen nicht sprechen, kann schon der ausgelöste Alarm ein stiller Hinweis sein, dass sie Hilfe benötigt.
Diese Methode ist eine Option in akuten Notfällen. Haben Sie den Verdacht, dass jemand in Ihrem Umfeld von Zwangsverheiratung oder Verschleppung ins Ausland bedroht ist, sollten Sie sich so früh wie möglich Rat und Unterstützung holen.
Sie können sich kostenfrei an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen oder das Hilfetelefon Gewalt an Männern wenden. Weitere Einrichtungen, die in Berlin rund um die Themen Menschenhandel und Zwangsheirat beraten, finden Sie hier.